Sagen Sie mal, Toni Brunner, warum sollen Einbürgerungen nicht mehr an der Urne vorgenommen werden? In der Schweiz wird doch sonst auch fast alles vom Volk entschieden.
Worum geht es bei der Einbürgerung? Ein Mensch, der seit langem in unserem Land lebt, wird für würdig befunden, Schweizer zu sein: Um das entscheiden zu können, muss man den Menschen einschätzen, anschauen. Wie eine Kuh bei einer Gant. Das ist bei einem Urnenentscheid, also bei der Entscheidung einer Mehrheit über einen Einzelnen, völlig ideal. Wie bei einer Gant.
SVP-Präsident Toni Brunner argumentiert genau umgekehrt. Er sagt: «Ein Volksentscheid kann nie diskriminierend sein.»
Hihi, habe ich das wirklich gesagt? Wir wurden nämlich diskriminiert, von allen! Natürlich ist ein Volksentscheid an sich nie diskriminierend. Ausser, die Bürger werden von falschen Bürokraten hereingelegt. So wie das heute mit den Schein-SVP-Bundesräten passiert ist.
Sie vertrauen den Bürokraten mehr als dem Bürger.
Vertrauen? Sicher nicht, sonst wären wir ja nicht in der Opposition! Der Bürger ist leider viel zu lenkbar von den Bürokraten. Das haben wir heute gesehen. Die haben den falschen Vögten von Bern geglaubt, und dieser Frau aus diesem Kanton, die mal zu uns gehörte, hihihi. Irgendwann werden alle an uns glauben, hahaha.
Man kann heute sogar noch weiter gehen, bis nach Strassburg.
Das werden wir verhindern. Spätestens im Herbst! Wer will schon nach Strassburg? Bei uns gibt es auch schöne Burgen, oder?
Woher kommt eigentlich Ihr Misstrauen gegen die Volksabstimmung bei Einbürgerungen?
In meinem Heimatort gab es diesen Knecht. Er hat einem Bauern das Portemonnaie gestohlen. Man erzählte sich, der - also nicht der Bauer - sei ein Rumäne gewesen. Eine Sauerei, oder? Und das geht einfach nicht, das!
Und wie verhindern wir, dass in Zukunft Krethi und Plethi eingebürgert werden?
SVP wählen. Ich, also der Christoph, die anderen Zürcher, die Wirtschäftler, die Patrioten und eben ich, werden das verhindern. Wenn Sie SVP wählen. So einfach, hihihi.
Kurz gesagt: Mit Kopftuch kein Schweizer Pass.
Das Kopftuch ist der Hinweis darauf, dass eine Frau die vom Koran geforderte Herrschaft des Mannes akzeptiert, ob freiwillig oder unfreiwillig. Eine solche Einstellung aber widerspricht unserer Verfassung – der Gleichberechtigung der Geschlechter. Deshalb: Ja, mit Kopftuch kein Schweizer Pass, hehehe.
So gesehen, muss Bundesrätin Calmy-Rey seit ihrem Kopftuch-Auftritt in Teheran aufpassen, dass sie nicht demnächst ausgebürgert wird.
Die SVP würde das freuen. Und wenn wir demnächst 50 Prozent haben - Mörgeli meint manchmal, etwas über 33 Prozent würden reichen, hihihi - dann verbrennen wir die Calmy-Rey auf dem Scheiterhaufen. Hihihohohuhuhaha!
Sonntag, 1. Juni 2008
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